The Quiet Sacred: Japans Norden

The Quiet Sacred: Japans Norden

Montag, der 28. Oktober 2019 0 Von Lena Fritzsche

Es scheint, ich würde langsam berühmt. 😉
Vor Kurzem nahm ich an einem Videodreh teil, bei dem ich zusammen mit anderen in Japan lebenden Expats durch die Präfekturen Yamagata und Iwate reiste. Wir, vier Menschen aus Frankreich, Italien, den USA und Deutschland, lernten abseits der typischen Touristenpfade japanisches Kunsthandwerk, Natur und alte Mythen und Sagengestalten kennen.

Wenn du ebenfalls Lust hast, die Kultur und Natur Tohokus kennenzulernen, besuch gern die Website The Quiet Sacred.

Um die Schönheit Tohokus bei ausländischen Touristen bekannt zu machen, wurde ich gefragt, ob ich an einem Videodreh teilzunehmen möchte. Klar wollte ich! Es war eine super schöne Erfahrung.

Die Reise begann für mich mit dem Bus von Sendai nach Shinjo, Yamagata. Da ich morgens noch einen Termin hatte, konnte ich nicht mit den anderen gemeinsam fahren und kam etwas später.

Meine Kollegen hatten in der Zwischenzeit das Vergnügen, aus Reisstroh kleine Kunstwerke zu fertigen: ein Lesezeichen, eine kleine Katze und ein Armband. Sie waren so nett, mir auch jeweils ein Exemplar zu machen. Das Armband habe ich seitdem schon häufig getragen. Darum ist es schon ein wenig abgenutzt.

Der junge Künstler, der ihnen die Technik zeigte, führt ein sehr interessantes Leben. Er ist Selbstversorger und engagiert sich dafür, alte Traditionen, Wissen und handwerkliche Fähigkeiten zu erhalten und an zukünftige Generationen zu übermittel. Ein Blick auf seine Website lohnt sich.

northern Japan

Wir übernachteten in einem Bauernhaus und wurden königlich bewirtet. Darum bedurfte es auch keinerlei Überwindung “Oishii!” schmatzend in die Kamera zu lächeln.
Unsere Gastgeberin hatte für uns Sojafleisch zubereitet, das für mich täuschend echt nach Fleisch schmeckte. Weil ich selbst gern ausprobieren wollte, Sojafleisch zu machen, schenkte sie mir eine Packung für Zuhause. Vielen Dank dafür!

Am nächsten Tag genossen wir noch ein wenig die Natur und fuhren dann weiter nach Tono in Iwate.

Tono ist bekannt für Kappa – Fabelwesen, die in Gewässern leben und gern Kinder entführen. Sie tragen eine Schale auf ihrem Kopf, in der sich Wasser befindet. Man sagt, wenn das Wasser herausfließt, können sie sich nicht mehr bewegen. Darum empfielt es sich, vor ihnen eine tiefe Verbeugung zu machen. Da es sich bei Kappa nämlich um höfliche Wesen handelt, würden sie die Verbeugung erwidern und das Wasser würde herausfließen. Ein anderer Weg, Kappa zu besänftigen, seien Gurken. Diese werden von Kappa sehr geschätzt und gern entgegengenommen. Um das auszutesten ist unsere Expat-Truppe “Kappa-Angeln” gegangen. Gesehen haben wir zwar keins der Wesen, jedoch war eine Gurke plötzlich spurlos verschwunden …

Bootsfahrt auf dem Mogami-Fluss
Tohoku crafts
Kappa leben im Fluss und lieben Gurken.

Am nächsten Tag lauschten wir in einem historischen Bauernhaus einer alten und etwas gruseligen Erzählung über eine junge Frau, die ihr Pferd heiraten wollte, woraufhin ihr Vater sehr drastische Maßnahmen ergriff. Die Erzählung erklärt, wie in Tono die Seidenspinnerei- und weberei entstanden ist.

Wenn du mal nach Japan kommst oder sogar hier lebst, besuche doch auch Tohoku, den Norden Japans. Es gibt hier wunderschöne, verzaubert Orte, die viel zu selten Beachtung finden. Die Einheimischen freuen sich schon auf dich!