Eigene Stempel und Drucke ganz einfach selbst herstellen

Eigene Stempel und Drucke ganz einfach selbst herstellen

Mittwoch, der 5. Dezember 2018 1 Von Lena Fritzsche

Material:

  • Schere, Kleber
  • Farben (Druck-, Acryl-, Tempera- oder Plakatfarbe)
  • Pinsel, Schwamm oder Tuch, um Farbe aufzutragen
  • Stabile Pappe
  • Papier mit verschiedenen Oberflächenstrukturen, Luftpolsterfolie, Wellpappe, etc.

Es ist Anfang Dezember und ich bin gerade fertig geworden mit meiner Weihnachtskartenmassenproduktion. Für die Menge an Karten und Briefen ging das Ganze relativ schnell dank einer Drucktechik, die ich vor ca. zwei Monaten in Japan kennengelernt habe. Wahrscheinlich ist diese Technik nicht typisch japanisch, aber ich kannte sie vorher noch nicht.

 

Um Druckplatten oder Stempel zu erstellen, kann man alle möglichen Materialien aus dem alltäglichen Leben nutzen. Ich habe zunächst Schablonen auf Papier gezeichnet und diese dann auf mein Material übertragen. Dafür gibt es mehrere Vorgehensweisen:

1. Möglichkeit: Schablonen

Man schneidet die einzelnen Formen aus der Schablone aus, klebt sie mit einem Stück Tape auf Pappe (oder ein anderes Material, das man verwenden möchte) und zeichnet um die Schablone herum. Wenn man nur eine vorgezeichnete Schablone hat, wird diese durch das Wegschneiden der bereits abgezeichneten Elemente natürlich immer kleiner, darum empfehle ich, von außen nach innen zu arbeiten.

 

2. Möglichkeit: Durchpausen

Dafür kann man Blaupapier nutzen; oder wenn man kein Blaupapier hat, kann man es sich auch ganz schnell selbst machen (ist dann allerdings nicht blau, sondern grau). Man schraffiert die Rückseite der Schablone mit einem weichen Bleistift. Wenn man jetzt z.B. mit einem Kugelschreiber die Linien der Form nachzeichnet, wird der Grafit auf den Untergrund gedrückt.

 

3. Möglichkeit: Durchdrücken

Ich drücke die Schrift spiegelverkehrt durch das Papier in die Schaumplatte

Möchte man grafische Effekte erzielen oder Formen darstellen, in dem man Linien in einen weichen Untergrund drückt, kann man die Schablone einfach mit Tape befestigen und die Linien mit einem spitzen Gegenstand nachziehen.

ACHTUNG! Beachte, dass deine Motive beim Drucken immer SPIEGELVERKEHRT abgebildet werden. Sollte die Richtung bei deinem Motiv eine Rolle spielen (z.B. bei Schrift), musst du es vorher andersherum darstellen!


Als nächstes schneidest du die einzelnen Elemente deines Motivs aus und klebst sie aufeinander. Ob mit Flüssigkleber oder Klebestift, spielt dabei keine Rolle – Hauptsache alles hält gut zusammen.

Am interessantesten ist es, wenn du Materialen mit unterschiedlicher Haptik und Oberflächenbeschaffung verwendest, auch verschiedenes Papier erzielt unterschiedliche Effekte. Verwendest du dünnes Material, solltest du zur Verstärkung ein Stück Pappe unter dein Druckmotiv kleben. Dieses sollte dieselbe Form haben, also exakt auf das Motiv passen. Zusätzlich klebe ich immer noch ein größeres Stück Pappe als Druckplatte unter den Stempel, damit ich später beim Drucken mit meinen Händen besser Druck ausüben kann.

Jetzt kommt Farbe drauf!
Generell kann man bei dieser Technik viel experimentieren und es gibt kein Richtig oder Falsch. Du kannst die Farbe mit einer Farbrolle, einem Pinsel, Schwamm oder einem Tuch auftragen. Außerdem brauchst du auch keine bestimmte Farbsorte. Druckfarbe eignet sich zwar besondern gut, aber du kannst auch Acryl- oder Temperafarben (Temperafarbe ist die typische “Schulmalkastenfarbe”) verwenden. Pass allerdings auf, dass die Farbe nicht zu flüssig ist, aber auch nicht zu schnell eintrocknet. Wenn du sie gut verstrichen hast, kannst du auch schon drucken. Nimm dafür eine feste Unterlage (Tischplatte geht auch) und drücke so fest du kannst!

 

 

Voilà….

 

 


Noch ein letzter Tipp:

Hier siehst du ein leider missglücktes Werk: Ich habe versucht, eine Druckplatte mit Versen eines Liedes zu erstellen, indem ich die klitzekleinen Buchstaben in eine Schaumplatte geritzt habe (natürlich spiegelverkehrt!), aber die Worte waren einfach viel zu klein und ungenau, sodass man am Ende fast nichts davon lesen kann. Also pass auf, dass dein Motiv nicht zu filigran ist.