Itajime – Muster auf japanischem Papier

Itajime – Muster auf japanischem Papier

Mittwoch, der 9. Oktober 2019 3 Von Lena Fritzsche

 

 

Im Mai, kurz nach meinem Geburtstag, hatte ich die Möglichkeit Itajime Zome (oder auch Itajime Shibori) kennenzulernen. Ein Kunstlehrer einer japanischen Mittelschule wollte mir diese Färbetechnik zeigen und lud mich in sein Klassenzimmer ein.
In diesem Blogbeitrag möchte ich dir zeigen, wie du die Technik ganz einfach nachmachen kannst. Da man dabei viel mit Wasser herummatscht, eignet sich ein Plätzchen im Garten oder Park gut dafür. Itajime bietet sich auch super für Kinderfeste und heiße Sommertage an.


Materialien

  • Japanisches Papier 和紙 (Washi), normales Papier funktioniert leider nicht
  • Tusche, Lebensmittelfarbe oder Washi-Färbemittel (z.B. diese oder jene)
  • Zwei Holzbrettchen oder Ähnliches
  • Wasser
  • Bügeleisen

 


Vorgehen

Suche dir einen Ort, an dem auch mal etwas Wasser oder Tusche daneben gehen darf, damit es am Ende keine unschönen Überraschungen gibt. Zieh dir am besten auch eine Schürze und/oder alte Klamotten an. Bereite etwas Wasser in einer Schale vor und dann kann es auch schon losgehen.
Weiter unten findest du Anleitungen zu verschiedenen Falttechniken und Mustern. Du kannst diesen folgen, oder aber auch völlig eigene Muster kreieren. Sei nicht enttäuscht, wenn mal ein Muster am Ende nicht so aussieht, wie du es dir vorgestellt hast. Sie sind immer ganz unterschiedlich und jedes hat seinen eigenen Charakter.

Wenn du eine Zusammenfassung der einzelnen Schritte ausdrucken möchtest, kannst du sie hier herunterladen (sie ist zwar auf japanisch geschrieben, aber anhand der Bilder erkennt man auch ohne Sprachkenntnisse die Vorgehensweise):

Schritt für Schritt

1. Falte das Washi-Papier, bis das komplette Blatt eingefaltet ist.

2. Tauche das Papier so lange unter Wasser, bis sich es sich komplett vollgesogen hat.

3. Drücke das überschüssige Wasser aus dem Papier heraus, indem du es zwischen die beiden Brettchen legst und fest zudrückst.

4. Färbe das Papier mit Tusche ein. Achte dabei darauf, dass beide Seiten und auch die Kanten eingefärbt sind, um später ein gleichmäßiges Muster zu bekommen. Manchmal ist es besser, ein bisschen mehr Tusche zu verwenden als zu wenig.

5. Drücke erneut die überschüssige Flüssigkeit aus dem Papier.

6. Falte es vosichtig auf, sodass es nicht reißt. Nachdem das Papier getrocknet ist, kannst du es noch schön glatt bügeln.

 

 
Itajime Some shibori

Muster und Falttechniken

Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori
Itajime Some shibori

Die Schnecke

https://blog.stoffundliebe.de/2019/09/11/designwettbewerb-dein-eigenes-design-auf-stoff/

Die Schnecke ist ein sehr interessantes Muster. Zuerst rollt man das Papier ein wie ein Schneckenhaus. Anschließend trägt man die Tusche in Streifen einmal rundherum um das “Schneckenhaus” auf.

Shibori

Itajime Some shibori

Genauso wie mit Stoff kannst du auch mit Washi Shibori Zome machen. Wie das geht, habe ich hier beschrieben.

Vermeide diese Fehler:

Itajime Shibori

Hier hatte ich vor dem Färben vergessen, das überschüssige Wasser herauszudrücken. Darum ist am Ende, als ich das Papier zwischen den Brettchen ausdrückte, auch viel Tusche herausgeflossen.

Itajime Some shibori

Hier ist in der Mitte des Blattes leider nicht das gewünschte Muster entstanden, da die Tusche nicht bis nach Innen geflossen ist. Dies ist schwierig zu kontrollieren, da man von außen nicht sehen kann, ob die Tusche auch das Innere des Papieres erreicht hat. Verwende darum lieber etwas mehr Tusche.

Itajime Some shibori

Bitte lege die Blätter erst übereinander, wenn sie komplett getrocknet sind. Ansonsten kann die Tusche auf andere Blätter abfärben, wie du auf dem Foto sehen kannst.

Itajime Some shibori

Itajime Some shibori

Hier habe ich versucht silbern glitzernde Tusche zu verwenden. Leider waren die Glitzerpartikel zu groß, um durch das Papier zu dringen. Darum sieht man nur an den äußeren Rändern ein wenig Silber.

Itajime Some shibori

Hier ist fast das Gleiche passiert: obwohl es keine glitzernde Tusche war, sonder schwarze, waren die Farbpartikel zu groß, um komplett durch das gefaltete Blatt zu gelangen. Es ist also von Tusche zu Tusche unterschiedlich, darum probiere ruhig verschiedene Sorten aus.

 

Fertige Muster

Deine fertigen Kunstwerke kannst du für alles mögliche verwenden. Die japanischen Grundschüler haben beispielsweise Fächer damit beklebt. Du kannst aber natürlich auch andere Gegenstände bekleben. Achte dabei darauf, dass falls deine Tusche wasserlöslich ist, dass der Kleber die Tusche nicht anlöst.

Itajime Some shibori

Hier habe ich ein paar “unschöne” Stellen abgeschnitten. Die Ränder sind meist etwas unsauber gefärbt, aber als Papierstreifen trotzdem sehr hübsch. Damit kann ich z.B. Briefe verzieren.