Glass Studio Kirlo

Glass Studio Kirlo

Freitag, der 8. Februar 2019 0 Von Lena Fritzsche

Mein Wunsch ist es, moderne Designs zu entwickeln, die von traditionellen Handwerkskünsten inspiriert sind. Darum besuche ich ab und zu Shokunin (Japanisch für „Meister“), um mich von ihren Arbeiten inspirieren zu lassen und einen Einblick in die Technik zu gewinnen.
Vor Kurzem ging ich nach Zao, um in der Glasbläserhütte „Kirlo“ mein eigenes Glas herzustellen.

Glass Studio Kirlo“ wurde 2005 von den beiden Künstlern Eiji Shiga und Sayuri Matsuda gegründet.
Schau dir gern mal dieses Video über KIRLO an:

Workshops bei KIRLO

Bevor es ans Werk ging, hat mir Sayuri Matsuda ein paar Beispielgläser in verschiedenen Formen und Farben gezeigt, woraus ich mir mein persönliches Glas „zusammengestellt“ habe.

Eiji Shiga zeigte mir dann die Werkzeuge und die einzelnen Schritte, die man mit diesen verrichtet. Da man beim Glasblasen schnell sein muss, sind wir alles zuerst ohne Glas durchgegangen. Dann hielt er das Blasrohr in den Schmelzofen und holte es mit einem Zipfel glühenden Glases wieder heraus. Da ich keinerlei Erfahrung in dem Handwerk hatte, hat er jeden Schritt angewiesen und dabei das Rohr gehalten und gedreht (das Drehen ist notwendig, damit sich das flüssige Glas nicht Richtung Boden neigt). Da das Glas relativ schnell abkühlt und dabei erhärtet muss man schnell sein, oder (wie in meinem Fall) das Rohr zwischendrin immer wieder in den Schmelzofen halten, um das Glas zu erhitzen.
Ich kann nicht jeden einzelnen Schritt wiedergeben, denn sie haben sich oft wiederholt:

  • hineinblasen, damit sich das Glas aufwölbt
  • mit dem Werkzeug formen
  • in den Ofen halten

Als die Glaskugel noch relativ klein war, wurden Buntglasspitter hinzugegeben. Später in einem nächsten Schritt, wurden die kleinen Luftblasen erzeugt, die sich wie ein Ring um das Glas winden. Und zwar rollt man dafür das Glas in Natriumhydrogencarbonat, auch bekannt als Backnatron oder Speisesoda. Durch die chemische Reaktion entstehen dann diese Blasen, clever oder?
Wenn das Glas fertig ist, wird es in den Kühlofen gestellt. Darin ist es noch relativ heiß, damit das Glas langsam abkühlen kann. An der frischen Luft würde es zu schnell abkühlen und springen.

Danach konnte ich noch ein Weilchen die beiden Künstler bei ihrer Arbeit beobachten. Schau selbst und genieße:

Wie stellst du dir die Konsistenz von geschmolzenem Glas vor? Ich finde, wenn man den Meistern zuschaut, sieht es immer ganz weich und zähflüssig aus. In Wirklichkeit hat es sich (soweit ich das mit dem Werkzeug feststellen konnte) immer noch recht hart angefühlt, vor allem je mehr es abgekühlt ist. Selbst zu erfahren, wie viel Druck man auf das Material ausüben muss, damit es sich in eine bestimmte Form begibt, finde ich noch viel interessanter, als nur zuzuschauen. Daher empfehle ich jedem, selbst einmal das Glasblasen oder eine andere Technik bei echten Meistern auszuprobieren.