Arimatsu Shibori

Arimatsu Shibori

Sonntag, der 11. November 2018 2 Von Lena Fritzsche

Hier binde ich das Tuch in “Schlangen-Form”.

Zusammen mit meiner Freundin Miki habe ich im August die kleine Stadt Arimatsu in der Nähe von Nagoya besucht, um an einem kleinen Workshop für Shibori (japanische Batiktechnik) teilzunehmen.
Mit Pflanzenfarben, vor allem Indigo, begannen die Menschen in Arimatsu vor etwa 400 Jahren damit, Baumwolle und andere Stoffe zu färben. Sie entwickelten bald über hundert verschiedene Arten, mit Knoten und Schnüren unverwechselbare Textilmuster zu erschaffen. Reisende, die über den Tokaido (die wichtigste Handelsstraße der Edo-Zeit, die Kyoto mit Edo verband) liefen, kauften Waren wie Yukata (Sommer-Kimono) und Tenugui-Handtücher, um sich den Schweiß abzuwischen. Auf diese Weise wurde Arimatsu-Shibori in ganz Japan bekannt. Die Nachfrage hat sich bis zum heutigen Tag gehalten, und lokale Färber, die die Techniken übernommen haben, stellen weiterhin japanische Kleidung und andere traditionelle Gegenstände in Arimatsu her.

Vor dem Färben bearbeitet man das Textil, in dem man durch verschiedene Methoden Teile des Stoffes abdeckt, um so ein Muster zu erzeugen. Wenn man beispielsweise den Stoff um eine kleine Kugel legt und darunter mit einer Schnur zusammenknotet, ist nach dem Färben an der Stelle, wo der Stoff zusammengebunden war, ein weißer Ring zu sehen. Durch Holzschablonen, die mit Schraubzwingen auf den Stoff gepresst werden, lassen sich auch viele andere Formen abbilden (wie man es auf Mikis Tuch sehen kann).
Ich habe mich für „Hebi“ (japanisch für Schlange) entschieden, wobei der Stoff in schmalen Streifen gefaltet und anschließend zusammengebunden wird. Dabei entstand ein Bambus-Muster, zu dem ich noch ein Blattwerk hinzugefügt habe, indem ich einfach den oberen Teil des Tuches wild zusammengebunden und nur diesen Teil gefärbt habe. So entstand ein ganzer Bambuswald.

Hast du (vielleicht als Kind) auch schon mal Batiktechniken ausprobiert oder warst du sogar schon mal in Arimatsu?